Tarifvertrag einzelhandel lohngruppen

Der Einzelhandel ist ein sehr wichtiger Sektor, in dem etwa 9 % der Arbeitskräfte in der EU beschäftigt sind. Rund 60 % der Beschäftigten im Einzelhandel sind Frauen, und auch der Anteil junger und schlecht qualifizierter Arbeitnehmer ist hoch. Die Bezahlung ist relativ niedrig, und es gibt ein hohes Maß an Teilzeitarbeit und Wochenendarbeit. Die Industrie befindet sich in einem großen Strukturwandel mit Konzentrations- und Diversifizierungsprozessen sowie einem Druck auf die Umstrukturierung, Deregulierung und den Abbau von Arbeitsplätzen. Diese Studie skizziert die Struktur des Einzelhandelssektors, das Volumen und die Struktur der Beschäftigung und die Beschäftigungsbedingungen ihrer Arbeitnehmer, bevor sie sich mit der Organisation der Sozialpartner, den Tarifverhandlungen und den aktuellen Schlüsselfragen der Arbeitsbeziehungen befassen. Der Einzelhandelssektor sieht sich einem zunehmenden wirtschaftlichen Druck im Zusammenhang mit der zunehmenden Internationalisierung des Marktes und dem Aufkommen neuer Verbraucheranforderungen und -bedürfnisse ausgesetzt. Der wirtschaftliche Druck wird durch eine Kombination einer Reihe von Faktoren verursacht: verschärfter Wettbewerb durch den internationalen Einzelhandel; Entwicklung neuer Wettbewerbsstrategien; sich ändernder Geschmack und Vorlieben der Verbraucher; und steigende Nachfrage nach Verbesserungen der Qualität und des Leistungsspektrums. Infolgedessen hat sich der Sektor in Richtung Konzentration, starke Diversifizierung und Druck auf die Umstrukturierung, Deregulierung und den Abbau von Arbeitsplätzen stark entwickelt. Darüber hinaus scheint der Einzelhandelssektor einem starken Druck ausgesetzt zu sein, die Kosten zu kontrollieren, aber rein kostenbasierte Beschäftigungsmanagementstrategien können mit anderen Wettbewerbsanforderungen kollidieren, da ein Wettbewerb nur auf der Grundlage des Preises die Gefahr birgt, die Qualität der erbrachten Dienstleistungen zu beeinträchtigen. Schlecht bezahlte und unsichere Arbeitsplätze sind möglicherweise nicht die beste Strategie für Einzelhändler, die von ihren Mitarbeitern abhängig sind, um ihre Initiative und Fähigkeiten im Umgang mit Kunden zu nutzen.

In der EU arbeiten 25 Rund 12 Millionen Menschen als Lohnempfänger im Einzelhandel. Das sind fast 8 % aller Lohnempfänger. Dieser Prozentsatz schwankt jedoch in den einzelnen Mitgliedstaaten erheblich und reicht von 10 % im Vereinigten Königreich bis zu nur 5 % in Schweden – siehe Tabelle 3 unten. Dies ist ein weiteres Zeichen für Unterschiede in dem Ausmaß, in dem sich strukturelle Veränderungen auf die Länder ausgewirkt haben. Auch der Anteil der Frauen unter den Einzelhandelsbeschäftigten ist sehr unterschiedlich, von 81 % in Lettland bis 53 % in Malta. In der Tschechischen Republik, der Slowakei, Österreich, Deutschland, Finnland und Luxemburg sind es über 70 %, in Griechenland, Dänemark und Italien weniger als 60 %. In einigen Fällen wird die Schwäche der Tarifverhandlungen im Einzelhandel durch eine regulierungsrechtliche Rolle, die unter Beteiligung der Sozialpartner bei den Beschäftigungsbedingungen spielt, etwas kompensiert.

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